August 25, 2020

Da meine Frau in einem Steuerbüro arbeitet, in der Lohnabrechnung, ist sie auf ein Problem aufmerksam geworden, worüber ich gerne einen Beitrag verfassen möchte. Es ist kein alltägliches Problem und betrifft auch nicht jeden, aber wenn es soweit ist, kann das teure, aber vermeidbare Probleme erzeugen.

Uns betrifft dieses übrigens auch, deswegen werde ich dort in den nächsten Monaten handeln.

Das Schöne an gemeinsamen Girokonten ist einfach die Übersicht und ganz klar die Kosten. Wir hatten bis vor ca. 3 Jahren auch getrennte Konten, einfach nur deswegen, weil es keinen Grund für uns gab diese zusammenzulegen. Da wir aber alles zusammen entscheiden und mich das Geld Hin-und-her- Geschiebe immer genervt hat, beim Investieren, sowie die zusätzlichen Kosten, entschieden wir uns die Konten zusammenzulegen und das andere zu löschen. Wieder Kosten gespart, perfekt!

Nun zu dem Problem: Bei einem Todes- bzw. Erbschaftsfall wird der Lohn des verstorbenen Partners zur Hälfte an den Freibetrag des Erbes angerechnet. Das Ganze wird ab der gemeinsamen Kontonutzung zurückgerechnet max. die letzten 10 Jahre.

Das ist, wenn man Mieter ist, meistens kein Problem. Was aber bei Wohneigentum und großem Depot? Das Ganze schaut dann schon wieder anders aus. In der Kanzlei meiner Frau, gibt es gerade 2 aktuelle Fälle, wo dieses ein großes Problem und Erwachen gab.

Der aktuelle Freibetrag beträgt für den Ehegatten im Moment 500.00€. Also machen wir eine kleine Beispielrechnung.

Nettolohn Mann 3000€ = 1500€ "gehören" der Frau macht 18.000€ im Jahr und nach 10 Jahren sind das 180.000€.

Wenn jetzt noch ein Haus und ein Depot im Spiel ist, sind wird ganz schnell bei den 500.000€ Freibetrag. Denn diese 180.000€ werden dem Freibetrag angerechnet und man muss für etwas zahlen, was ganz einfach vermeidbar gewesen wäre. Hier die gemeinsame Kontonutzung.

Wie werde ich das ganze Handhaben? Im Moment haben wir zwei Girokonten und beide laufen auf mich. Meine Frau hat für beide Konten eine Vollmacht. Eines ist unser Hauptkonto, wo alle Ein- und Ausgänge drauf laufen und das andere ist von der IngDiba. Hier überweise ich jeden Monat die Hypothek unseres Hauses drauf, damit ich mir die Kontogebühr spare. Da ein einfacher Wechsel nicht geht, werden wir ein neues Konto auf der IngDiba eröffnen, auf den Namen meiner Frau und dieses dann als "Hauskonto" hernehmen. Meins von der IngDiba werde ich löschen. Auf das neue Konto fließt dann das Gehalt meiner Frau drauf und dient dann zur Abzahlung unseres Hauses.

Sobald der Kredit abgezahlt ist, geht dann erst Geld auf die IngDiba und von dort weiter zum Investieren. Denn erst ab 700€ monatlichen Eingang ist das Girokonto der Diba kostenlos.

Also fassen wir nochmal schnell zusammen, wenn jemand gut verdient und dazu noch anderes Vermögen wie ein Haus oder Depot da ist, welches im Todesfall vererbt wird. Dann sollte man schauen, wie man das ganze handhabt bei einem gemeinsamen Gehaltskonto.


Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen mit diesem Beitrag helfen, da dieses Problem ja nicht allgegenwärtig ist und auch nicht den Großteil der Bevölkerung treffen wird. Ich selber werde demnächst tätig werden, da eine Kontoneueröffnung mit anschließendem Briefverkehr ja auch immer nervig ist, sich aber in diesem Fall sicher lohnt.



Trotz Recherche kann mir natürlich auch ein Fehler unterlaufen sein. Man sollte dringend einen Fachmann zb. einen Steuerberater oder Anwalt für Erbrecht kontaktieren um ganz sicher zu gehen und keine Fehler zu machen.



Vielen Dank fürs Lesen, wenn es dir Gefallen hat, lass doch einen Kommentar da, ich würde mich freuen.

Marco



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  1. Interessanter Post. Zwei Fragen dazu: 1. Gilt as auch wenn das Paar gemeinsam veranlagt? 2. Was passiert wenn auf dem gemeinsamen Girokonto zwei Gehaltseingänge zu verzeichnen sind? Gilt dann nur das Delta? Beispiel: Sie 3200 pro Monat, er 2800 pro Monat, er schenkt also ihr 1400, sie ihm 1600 – bleiben also nur 200 pro Monat zu Anrechnen falls sie stirbt, und nix zu Anrechnen falls er stirbt?

    1. Hey Michael,
      zu 1. ja das ist egal, hier greift nicht das Einkommenssteuergesetz, sondern dass Erbschaftssteuerrecht.
      zu 2. auch das sollte egal sein und genau dann greift ja dieser Passus, wenn 2 Gehaltseingänge da sind. Dann wird jeweils die Hälfte des Einkommens zu Lasten des Partners gelegt. Aber meine Frau erkundigt sich nochmal ganz genau, sie hat nur gerade Urlaub, wir versuchen uns trotzdem so schnell wie es geht schlau zu machen.

      1. Noch als Zusatz, wenn du einen Ehevertrag mit Gütertrennung hast, dann zählt das natürlich nicht. Aber ich denke bei Gütertrennung, hast du auch kein gemeinsames Girokonto. 😉

  2. Check ich nicht: Wenn das Geld auf „deinem“ Konto liegt, gehört es doch im Todesfall zur Erbmasse und wird auch wieder (dann sogar voll) auf die 500.000€ angerechnet? Nebenbei bist du deiner Gattin ja auch zu Unterhalt verpflichtet, das würde also vermutlich noch gegengerechnet werden. Ist mir jetzt ehrlich gesagt nicht so ganz klar, was das bringen soll.

    1. Ok, da denkst du gerade falsch und ich versuche es zu erklären. Wie du schon schreibst, wenn das Geld dann auf einem Konto liegt, dann gehört es zur Erbmasse, ok passt. Aber hier geht es um „fiktive“ Zahlen. Wer hat den schon mehr als ein paar tausend Euro auf dem Girokonto, da liegen doch im Normalfall vielleicht 5000€ und das war es. Hier geht es aber darum, dass wenn man ein gemeinsames Gehaltskonto hat, diese Einkommen 10 Jahre zurückgerechnet werden, obwohl sie zb. schon längst zum Lebenserhalt jeden Monat aufgebraucht werden. Dann „gehört“ die Hälfte dem Partner, auch wenn es schon längst nicht mehr da ist und wird vom Freibetrag weggerechnet. Also „reale“ 5000€ auf dem Girokonto gegen evtl. „fiktive“ 180.000€ (vom obigen Beispiel) auf dem Girokonto der vergangenen 10 Jahre ist doch schon ein Unterschied, oder?

      Auf dem Unterhalt gehe ich garnicht ein, da dieses ein völlig anderes Thema ist und ich hier nur von verheirateten Partnern ausgehe, wo einer verstirbt.

      Ich hoffe ich konnte es für dich ein bisschen klarer machen? Wenn nicht dann schreib ruhig nochmal.:)

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